Der Edelkastanienanbau im Eisacktal geht auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Die Kastanienhaine sind auf unserer Talseite vertreten, da die Böden wärmer sind, einen etwas höheren Lehmanteil aufweisen und deshalb mehr Wasser speichern können. Im 20. Jahrhundert gerieten die Edelkastanienbäume allmählich in Vergessenheit. Erst Mitte der 1990er Jahre begann man mit der Sanierung der uralten Kastanienhaine. Der „Keschtnweg“ führt direkt am Radoarhof vorbei. Die Bäume stehen auf einer Höhenlage von bis zu 1.000 Metern ü.M.
Nahe unserer mit Müller-Thurgau bepflanzen Weinberglage ETZA und an einem ins Tal rauschenden Bächlein gelegen, wachsen die unverwüstlichen Kastanienbäume in abschüssig-unwegsamen Gelände, wo der Anbau anderer Kulturpflanzen nicht mehr möglich ist. Manche unserer Bäume sind mehr als 200 Jahre alt. In alter Zeit wurden die Edelkastanien auf dem Stegener Markt bei Bruneck verkauft, heute servieren wir sie frisch gebraten im Buschenschank und brennen einen Teil.
Was kann es Schöneres geben, als Landschaftsschutz mit Brennkultur zu verbinden? An einen Edelkastanienbrand wagen sich übrigens nur wenige Brenner, weil das Verfahren technisch hochanspruchsvoll ist. Und trotzdem oder genau deshalb waren die „Keschtn“ der Ansporn, es am Radoarhof überhaupt mit dem Brennen zu versuchen. Edler geht es nicht!